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News / 19. November 2009

Der Musiksaal bleibt besetzt!

Bildungsstreik 2009

Seit 18 Stunden ist der Musiksaal C5.1 an der Universität des Saarlandes von Studierenden besetzt. An dem ersten Tag der Besetzung suchten die rund 50 “Erstbesetzer” erfolgreich den Dialog mit den Kommilitonen und Kommilitoninnen.

Bereits am frühen Morgen um 8 Uhr verließen rund 40 Studierende der Psychologie freiwillig Ihre Lehrveranstaltung im Musiksaal und imitierten mit den Besetzern die erste offene Diskussion des Tages.

Der Einladung zu einem offenen Plenum um 14 Uhr folgten 150 Studierende und debattierten angeregt über Ihre Eindrücke der Mängel und Misstände des Bildungssystems. Die Hoffnung der “Erstbesetzer”, dass sie mit ihrer Meinung nicht alleine da stehen wurde also bestätigt. Der durch die Besetzung gewonnene Ort wird demnach weiter genutzt werden, um in Gruppen inhaltliche Konzepte und Forderungen auszuarbeiten und täglich um 14:00 Uhr den Studierenden die Möglichkeit zu geben im offenen Plenum zu diskutieren. “Den im Studium fehlenden Raum für kritisches Denken, freie Meinungsäußerung und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Studierenden haben wir uns erkämpft und werden ihn halten!”, sagt Timo Zimmerschied, Studierender der Universität des Saarlandes.

Wer also auf das Politische Mandat verzichtet, macht sich zum Sachverwalter der Autorität, akzeptiert das ihm zugewiesene Ghetto und bietet der Gesellschaft die Möglichkeit, die Universität nach Belieben zu manipulieren. Mit dem Lockruf nur und ausschließlich die Interessen der Studenten vertreten zu wollen, ziehen diese trojanischen Pferde als fünfte Kolonne der Obrigkeit in die studentische Selbstverwaltung ein, wo sie mit Bienenfleiß alles verwalten, ohne etwas zu ändern.
(Bonner AStA-Zeitung 66/67)